Blut in Redewendungen

Der Lebenssaft ist ein beliebtes Element in Redewendungen. Drei davon seziere ich im Folgenden. Weiterlesen

Advertisements

Ich hab noch etwas in petto

Ebenso wie mit dem sprichwörtlichen Ass im Ärmel drückt der Sprecher mit in petto gleich mehreres aus: Er hält etwas bereit, was er aber noch nicht einsetzt, weil er auf den Moment wartet, in dem er es unvorhergesehen anbringen kann. Dabei kann es sich um einen konkreten Gegenstand handeln, aber auch im übertragenen Sinne auf eine wertvolle Information bezogen sein.

Wer Italienisch kann, der hat es schon geblickt: avere in petto bedeutet wortwörtlich ‚in der Brust haben‘ und meint ‚im Herzen, im Sinn haben‘. Das italienische petto geht auf lateinisch pectus zurück (vgl. auch spanisch pecho, portugiesisch peito). Weiterlesen

Eine ruhige Kugel schieben

Alle Neune!… solltet ihr bei dem heutigen Wetter. Zumindest lädt Hamburg an diesem Tag zu einem entspannten Tag im Freien ein.

Inspiration zu diesem Artikel war die sinngemäße Nachricht einer Freundin, sie sei noch nicht ganz gesund und müsse deshalb eine ruhige Kugel schieben. Ich als Sprachfetischist bin gleich hellhörig geworden – außerdem habe ich diese Wendung lange Zeit nicht mehr gehört.

Für alle, die die Redewendung eine ruhige Kugel schieben nicht kennen, hier ein paar denkbare Synonyme: Weiterlesen

Wie sich Grinsekekse freuen – Honigkuchen für alle

Geht es euch auch so? Je länger ich mir das Wort Grinsekekse in der Überschrift ansehe, desto komischer sieht es aus. Grinsekeks ist ein Wort, das bestimmt nicht im Duden steht und welches ich gern benutze, um Menschen damit zu bezeichnen, die ständig ein Lächeln auf den Lippen haben. So wie ich. Es sei denn, ich bin nicht gut drauf.

Ihr merkt es schon, heute geht es um das Thema Freude. Dazu erreichte mich diese Frage:

Warum freuen wir uns wie ein Honigkuchenpferd? Weiterlesen

Das Herz in der Hose

1403038_473253906126004_1946361813_oEine Sprache verrät durch den ihr zugehörigen Wortschatz viel über ihre Sprecher. Die Deutschen kennen beispielsweise, wie es aussieht, viele standard- und umgangssprachliche Synonyme für ‚Angst‘:

Ängstlichkeit, Furcht, Furchtsamkeit, Bange, Bangigkeit, Beklemmung, Panik, Bammel, Phobie, Feigheit, Kleinmut etc.

Sprachlich derber wird es dann beim Begriff AftersausenWeiterlesen

Ich krieg‘ gleich ’nen Föhn!

IMG_0809

Wer hatte zuerst einen Föhn?

Wenn ich sauer, emotional aufgewühlt oder wütend bin, krieg‘ ich ’nen Föhn. Ich bleibe mal bei dieser verkürzten Schreibweise, denn selten habe ich gehört, dass jemand sagt: Ich kriege (geschweige denn bekomme) gleich einen Föhn! Das klänge für mich eher nach einem geschenkten Haartrockner als nach Wut. Weiterlesen

Rubbel die Katz

Es gibt schöne Redewendungen und weniger schöne. Diese hier ist super. Zu verdanken habe ich das einer Freundin und Kommilitonin, die mich neulich mit großen Augen ansah, als ich sagte:

„Rubbel die Katz geht das!“

Sie sagte, sie habe es noch nie gehört und fragte mich, was es denn bedeute. Rubbel die Katz sage aus, dass etwas total schnell gehe, antwortete ich. Schon wuchs das Interesse in uns beiden, woher diese Wendung kommt. Die bildliche Vorstellung provoziert jedenfalls ein leichtes Schmunzeln. Rubbel die Katz kann übrigens auch eine Aufforderung zu schnellem Handeln sein. Weiterlesen

In your face!

„Hör ma, Digga! Wenn du nich sofort die Klappe hältst, gibt’s was auf die Zwölf! Pass auf, sonst setzt es was! Dann kannst du gleich dein Testament machen! Sieh zu, dass du Land gewinnst! Sonst kannst du bald ins Gras beißen!“

Na, na, wer wird denn gleich. Erst mal ganz tief durchatmen und zurücklehnen. Wer solch schöne Redewendungen nutzt, sollte doch auch ein wenig Ahnung davon haben, worüber er da eigentlich spricht. Jetzt wird sprachlich gerüstet für den Verbal-Fight. Also hinsetzen und zuhören, bitte! Weiterlesen