Blut in Redewendungen

Der Lebenssaft ist ein beliebtes Element in Redewendungen. Drei davon seziere ich im Folgenden. Weiterlesen

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Viva Colonia!

Es ist nie zu spät, eine neue Sprache zu lernen – oder einen Dialekt…

Gefühlte Jahrzehnte sind seit dem letzten Blogartikel vergangen. Abgesehen von einer schreibmüden Phase könnte ich mich noch damit herausreden, dass ich die Stadt gewechselt habe und das alles mit enormem Stress verbunden gewesen sei. Aber lügen konnte ich noch nie gut, also versuche ich es besser gar nicht erst.

Wenn ich nun aber schon in Köln wohne, so dachte ich, widme ich doch meinen ersten Artikel gleich der Stadt selbst.

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Jetzt wird’s kuschelig!

Knuddeln, schmusen, tätscheln – diese Wörter klingen sehr liebevoll und werden eben auch in solchen Kontexten verwendet. Aber wenn wir einmal in die Wortgeschichte schauen, geht es mitunter doch ziemlich brutal zu. Da wird gequetscht, geschlagen und gekratzt. Weiterlesen

Heute: Leckere Stippvisite

IMG_2621Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich Stippvisite höre, denke ich an Essen. Zum Beispiel kann man feinste Rohkost wie Möhrchen oder Gurkenstückchen in frische Dips stippen. Aus meiner Heimat kenne ich außerdem einen Nachtisch, der Stippmilch heißt. Er besteht nur aus Quark, Milch und Zucker, ist aber total lecker. Weiterlesen

nichtsdestotrotz – Welch ein Wohlklang

IMG_2472Wir kennen nichts, wir kennen desto, wir kennen trotz – doch die Kombination aller drei zu einem Wort ist doch etwas merkwürdig (im Sinne von des Merkens würdig). Da kommt mitunter die Frage auf – was bedeutet eigentlich nichtsdestotrotz? Weiterlesen

Iron like a lion – ironisch wie ein Löwe?

Bevor ich zu Teil II der verschwundenen Wörter komme, hier ein Info-Quickie etymologischer (= wortgeschichtlicher) Natur.

Will der Löwe etwa… (© Kevin Pluck via Wikimedia Commons)

Will der Löwe etwa…
(© Kevin Pluck via Wikimedia Commons)

Neulich fiel mir auf, dass das englische Wort iron ‚Eisen, eisern‘ und das deutsche Wort Ironie ‚Spott, Hohn, Sarkasmus‘ sehr ähnlich aussehen. Ist das Zufall?, fragte ich mich. Oder hatte Bob Marley mit seinem Song Iron Lion Zion ganz andere Absichten? Schließlich heißt to iron auch bügeln – wollte er Löwen zu mehr Mitarbeit im Haushalt animieren? Ich denke nicht. Weiterlesen

Spitz und scharf

[…] Wie ist es zu erklären, dass Adjektive, die man eher mit Messer, Gabel, Schere in Verbindung bringt zur Beschreibung eines körperlichen Zustands mutieren? Konkret: Warum benutzen viele Menschen „spitz“ und „scharf“, welches gab es zuerst und was hat es mit der engen Verwandtschaft der (vermutlichen) ursprünglichen Bedeutungen beider Wörter auf sich? […]

spitz und scharf

© Stephan Lorse, http://www.stephanlorse.eu/

Um zu beginnen, werfe ich zunächst einen Blick in die Wortgeschichte – und die ist lang. Bis in das Indogermanische lassen sich die Vorfahren von scharf (und engl. sharp) rekonstruieren. Da soll es die Form *sker- gegeben haben mit der Bedeutung ’schneiden‘. Doch auch spitz ist von einer langen Historie geprägt. Man vermutet ein Wort, aus dem sich später im Lateinischen die Wörter spina (‚Dorn‘) und cuspis (‚Schwert‘) gebildet haben. Auch Speiche und Spieß sind in dieser Familie geboren.

Genaue Angaben dazu, wieso wir heute beide Wörter verwenden können, um auf einen sexuell erregten Zustand hinzuweisen, habe ich nicht finden können. Aber bei der Recherche sind mir ein paar Ideen gekommen.

scharf wird in vielen sehr unterschiedlichen Kontexten verwendet: mit scharfer Zunge reden, einen scharfen Verstand haben, ein scharfer Analytiker sein. Eine der gefundenen Bedeutungen kommt meines Erachtens als Grundlage für scharf im sexuellen Kontext infrage: scharf im Zusammenhang mit Schusswaffen. Eine Kanone oder eine Pistole, die scharf, also geladen ist, braucht nur noch einen kleinen Anlass, um das Geschoss abzufeuern. Genauso braucht jemand, der scharf ist, nicht sonderlich lange, um die Spannung zu entladen. In welcher Form auch immer.

Bei spitz vermute ich einen Zusammenhang mit dem Bedeutungsfeld, das wir heute eher vom Adjektiv spitze kennen. Etwas, das spitze ist, ist herausragend, hervorragend und über ein gewisses Maß hinaus beeindruckend. Das körperlich-emotionale Spitzseins ist schließlich auch ein Zustand, der über den Normalgrad der Erregung weit hinaus geht. Dass sich dabei das männliche Geschlechtsteil zu einer Art Spitze formt, halte ich nicht für den Grund der Namensgebung.

Es tut mir leid, dass ich hier keine befriedigende Antwort geben kann. Sollten unter den Lesern scharfe Denker oder Spitzen-Forscher geben, die zündende Ideen haben, freue ich mich darüber im Kommentar.

Ich hab noch etwas in petto

Ebenso wie mit dem sprichwörtlichen Ass im Ärmel drückt der Sprecher mit in petto gleich mehreres aus: Er hält etwas bereit, was er aber noch nicht einsetzt, weil er auf den Moment wartet, in dem er es unvorhergesehen anbringen kann. Dabei kann es sich um einen konkreten Gegenstand handeln, aber auch im übertragenen Sinne auf eine wertvolle Information bezogen sein.

Wer Italienisch kann, der hat es schon geblickt: avere in petto bedeutet wortwörtlich ‚in der Brust haben‘ und meint ‚im Herzen, im Sinn haben‘. Das italienische petto geht auf lateinisch pectus zurück (vgl. auch spanisch pecho, portugiesisch peito). Weiterlesen

Heute schon eruktiert?

Baby-BäuerchenBei Säuglingen nach dem Essen unbedingt erwünscht, bei Erwachsenen verpönt: Rülpsen. Mediziner bezeichnen das – stille oder laute – Aufstoßen als Ructus, Efflation oder Eruktation. In Nord- und Westdeutschland rülpsen die Menschen nicht nur, regionalsprachlich bölken sie auch. Weiterlesen