Interview mit der Türmerin Martje Saljé (1)

Auf Facebook hatte ich die Überraschung bereits angekündigt. Am 28. Mai traf ich mich mit Martje Saljé, der Türmerin von Münster zum gegenseitigen Interview. Mein persönliches Highlight! Warum? Erst einmal handelt es sich bei dem Beruf eines Türmers/einer Türmerin um einen ganz besonderen Job mit einer sehr langen Tradition. (In Münster gibt es Türmer – und jetzt die erste Türmerin – seit dem 14. Jahrhundert.) Zudem durfte ich auf den Lambertikirchturm, also auf den Turm meiner Lieblingskirche. Das ist einzigartig, weil das nicht selbstverständlich ist und da nicht jeder reindarf. Ha! Und – last but not least – habe ich Martje kennenlernen dürfen, was sich absolut gelohnt hat.

Wer vorab mehr wissen möchte über den Türmer-Beruf oder die Türmerin Martje Saljé im Speziellen, kann ja mal ’ne Runde googeln oder Martjes Blog oder ihre Facebook-Seite aufsuchen. Es lohnt sich!

Jetzt geht es aber los mit dem ersten Teil des Interviews – Fortsetzung folgt.

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André bei Martje in der Türmerstube nach Einnahme des Türmertees… 😉

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Happy Birthday, Sprachlupe!

4…und schon wieder ein Anglizismus! Himmelherrgottsakrament! Die Welt geht unter… Blubb, blubb, blubb…

Ja, die Sprachlupe hat heute Geburtstag und ist jetzt schon ganze vier Jahre alt. „Du bist aber groß geworden!“, ruft da freudig die Tante. Das kann man wohl sagen! Denn der Blog wurde im Jahr 2015 beispielsweise 6-mal häufiger angesehen als im Jahr 2013. Über 22.000 Besuche im vergangenen Jahr! „Jetzt mach‘ dir mal nicht vor Freude in die Hose, andere schaffen es in die Millionen!“, höre ich da die bösen Stimmen aus dem Off. Na und? Ich bin ja nur ein kleiner Mann… 😉

Aber heute zum Festtag wollte ich noch mal so richtig auf den Putz hauen und eines meiner Lieblingsthemen ausgraben: Anglizismen! Ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe, denn es ist schließlich ein Thema, das viele Menschen bewegt. Also los. Weiterlesen

Beim Überfahren überfahren

Bildschirmfoto 2016-01-25 um 18.04.14Die Vorsilbe über- ist ganz toll. Die kann nämlich sowohl betont als auch unbetont sein. Dann kommt da gleich eine andere Bedeutung bei heraus. Zum Beispiel heißt überfahren, dass ich vielleicht auf einem Fluss von einer Seite auf die andere gelange: Ich fahre über den Fluss. Liegt die Betonung auf der zweiten Silbe, heißt es überfahren und dann kommt vermutlich jemand ums Leben: Ich überfahre das Kaninchen. Auch so:

  • Ich überziehe mein Konto (überziehen). Ich ziehe eine Jacke über (überziehen).
  • Wir überwerfen uns wegen Kleinigkeiten (überwerfen, ‚in Streit geraten‘). Ich werfe einen Schal über (überwerfen).
  • Ich überlasse dir mein Hab und Gut (überlassen). Ich lasse dir ein Stück Pizza über (überlassen).

Das wirkt sich dann auch auf die Partizipien aus:

  • Ich habe mein Konto überzogen. Wir haben uns überworfen. Ich habe dir mein Hab und Gut überlassen.
  • Ich habe eine Jacke übergezogen. Ich habe einen Schal übergeworfen. Ich habe dir ein Stück Pizza übergelassen.

Genauso toll wir über– ist übrigens um-. Da ist es genauso:

  • Ich umreiße das Thema meiner Masterarbeit in wenigen Worten (umreißen, ‚etwas knapp, grob und mit den wichtigsten Punkten darstellen‘).
  • Ich reiße alles um, was mir in die Quere kommt (umreißen, ‚durch Gewalt zum Umfallen bringen‘).

Zu Missverständnissen kann es im Grunde nicht kommen, weil selbst im Infinitiv der Kontext zeigt, wie das Wort zu betonen ist:

  • Ich muss mein Konto überziehen.
  • Ich soll das Thema umreißen.

Hier dürfte klar sein, dass niemand versucht, sich mit einem Konto zu bekleiden oder ein Thema zum Sturz zu bringen. Überlassen ist da allerdings flexibler: Wenn jemand mir in einer Nachricht schreibt, dass er mir ein Stück Pizza überlassen möchte, dann kann ich selbst überlegen, ob er es mir nur ‚übrig‘ lässt oder sogar – etwas feierlicher – überlässt.

Hempel sucht passendes Gegenstück

Ingo fragt:

Hallo….
ich hätte eine kurze Frage…: Ich suche einen deutschen Familiennamen, der eher das Gegenteil von dem bekannten Namen ‚Hempel‚ aussagt. Also nicht wie bei Hempels unterm Sofa sondern: ‚Ordentlich, korrekt, super gebildet…. typisch deutsch… wie bei ???‘.
Ich würde mich über einen Tipp freuen, wenn es denn da einen gibt…
So typisch deutsch sind ja Maier, Schulze und Schmidt. Aber sagen die das aus???
Also, falls es das klassische Gegenteil der Familie Hempel gibt freue ich mich auf Antwort….
Danke und Viele Grüße Ingo

Tja, lieber Ingo, ich fürchte, ich muss passen. Zu ordentlich fällt mir nur ordentlich in der Patsche sitzen ein. Bei korrekt denke ich an politisch korrekt und bei gebildet an eingebildete Affen.

Mit den Nachnamen kommen wir vielleicht einen Schritt weiter: Immerhin gibt es ja den Schlaumeier. Aber das stellt dich vermutlich auch nicht zufrieden. Daher mein Aufruf an alle Lesenden: Könnt ihr helfen? Kommentare gern unter dem Artikel oder hier bei Facebook.

Das Buch – jahrtausendalte Innovation

So wunderbar finde ich folgenden Tweet, dass ich ihm einen eigenen Blogartikel widme. Da das Bild hier leider nicht mit eingebettet werden kann, müsstet ihr einmal selbst auf den Twitter-Link klicken: