Jetzt wird’s kuschelig!

Knuddeln, schmusen, tätscheln – diese Wörter klingen sehr liebevoll und werden eben auch in solchen Kontexten verwendet. Aber wenn wir einmal in die Wortgeschichte schauen, geht es mitunter doch ziemlich brutal zu. Da wird gequetscht, geschlagen und gekratzt. Weiterlesen

Beim Überfahren überfahren

Bildschirmfoto 2016-01-25 um 18.04.14Die Vorsilbe über- ist ganz toll. Die kann nämlich sowohl betont als auch unbetont sein. Dann kommt da gleich eine andere Bedeutung bei heraus. Zum Beispiel heißt überfahren, dass ich vielleicht auf einem Fluss von einer Seite auf die andere gelange: Ich fahre über den Fluss. Liegt die Betonung auf der zweiten Silbe, heißt es überfahren und dann kommt vermutlich jemand ums Leben: Ich überfahre das Kaninchen. Auch so:

  • Ich überziehe mein Konto (überziehen). Ich ziehe eine Jacke über (überziehen).
  • Wir überwerfen uns wegen Kleinigkeiten (überwerfen, ‚in Streit geraten‘). Ich werfe einen Schal über (überwerfen).
  • Ich überlasse dir mein Hab und Gut (überlassen). Ich lasse dir ein Stück Pizza über (überlassen).

Das wirkt sich dann auch auf die Partizipien aus:

  • Ich habe mein Konto überzogen. Wir haben uns überworfen. Ich habe dir mein Hab und Gut überlassen.
  • Ich habe eine Jacke übergezogen. Ich habe einen Schal übergeworfen. Ich habe dir ein Stück Pizza übergelassen.

Genauso toll wir über– ist übrigens um-. Da ist es genauso:

  • Ich umreiße das Thema meiner Masterarbeit in wenigen Worten (umreißen, ‚etwas knapp, grob und mit den wichtigsten Punkten darstellen‘).
  • Ich reiße alles um, was mir in die Quere kommt (umreißen, ‚durch Gewalt zum Umfallen bringen‘).

Zu Missverständnissen kann es im Grunde nicht kommen, weil selbst im Infinitiv der Kontext zeigt, wie das Wort zu betonen ist:

  • Ich muss mein Konto überziehen.
  • Ich soll das Thema umreißen.

Hier dürfte klar sein, dass niemand versucht, sich mit einem Konto zu bekleiden oder ein Thema zum Sturz zu bringen. Überlassen ist da allerdings flexibler: Wenn jemand mir in einer Nachricht schreibt, dass er mir ein Stück Pizza überlassen möchte, dann kann ich selbst überlegen, ob er es mir nur ‚übrig‘ lässt oder sogar – etwas feierlicher – überlässt.

Nach Marathon gekotzt

Keine schöne Schlagzeile. Aber was soll ich machen? Wenn ich nach fiesem Deutsch frage, muss ich auch mit harten Rückmeldungen rechnen. Heute also die vorerst letzten beiden Vorschläge für die hässlichsten deutschen Wörter: Marathon und kotzen. Weiterlesen

Ökotrophologen und Ondulierdüsen

Nach langer Zeit gibt es heute wieder Futter für die Kategorie Fieses Deutsch. Zur Erinnerung bzw. Information für Neuleserinnen und -leser: Im letzten Jahr habe ich diese Kategorie ins Leben gerufen, damit ihr mit die hässlichsten und übelsten deutschen Wörter zusenden könnt. Wer etwas einreichen möchte, kann das über das Formular tun, das sich in diesem Artikel befindet.

Die Ondulierdüse erfreut den Ökotrophologen.

Die Ondulierdüse erfreut den Ökotrophologen.

Heute soll es also um die Vorschläge Ökotrophologe und Ondulierdüse – vermutlich eingereicht von zwei verschiedenen Leser(inne)n – gehen. Beide Wörter zeichnen sich vor allem durch eine hohe Anzahl an Silben aus, was vielleicht mitentscheidend bei der jeweiligen Auswahl war. Weiterlesen

Butter und Schlagsahne

Keine Sorge, hier wird nicht gekocht, gebacken und gebraten, hier werden nur mal wieder hässliche deutsche Wörter behandelt. Willkommen also zu Teil 3 der Serie. Die ersten beiden Teile und das Formular für weitere Vorschläge findet ihr hier. Weiterlesen

Deutscher Unwohlklang?

Sprachen klingen angenehm, Sprachen klingen fies. Beim Deutschen scheiden sich die Geister – einerseits poetisch wertvoll, andererseits hart und kantig. Ein Nicht-Muttersprachler teilte mir mal mit: „Bei uns sagt man immer, die Deutschen bellen.“ Wuff.

Heute sammelt die Sprachlupe eure Wörter. Gib doch hier einfach mal das unschönste deutsche Wort ein, das dir einfällt:

Die Auswertung gibt’s im nächsten Artikel. Anregungen kannst du dir hier holen: