Schwierige Wörter mit C

c

Der charismatische Christian gießt täglich seine Chrysanthemen und seine(n) Chicorée. So haben wir mindestens drei rechtschreiblich schwierige Wörter in einem Satz. Die gilt es heute auseinanderzupflücken. Weiterlesen

Nach Marathon gekotzt

Keine schöne Schlagzeile. Aber was soll ich machen? Wenn ich nach fiesem Deutsch frage, muss ich auch mit harten Rückmeldungen rechnen. Heute also die vorerst letzten beiden Vorschläge für die hässlichsten deutschen Wörter: Marathon und kotzen. Weiterlesen

Butter und Schlagsahne

Keine Sorge, hier wird nicht gekocht, gebacken und gebraten, hier werden nur mal wieder hässliche deutsche Wörter behandelt. Willkommen also zu Teil 3 der Serie. Die ersten beiden Teile und das Formular für weitere Vorschläge findet ihr hier. Weiterlesen

Dehnungsvokale gegen Zerrungen

Heute geht es um ein Phänomen, das in Süddeutschland gänzlich unbekannt sein dürfte – das sogenannte Dehnungs-e. In einigen Regionen wird auch vom westfälischen Dehnungs-e gesprochen, doch es ist auch in Norddeutschland vertreten. Wovon ich rede? Davon:

  • Soest [‚zo:st]
  • Coesfeld [‚ko:s.fɛlt]
  • Bad Oldesloe [‚bat.ˀɔl.dəs.’lo:]
  • Itzehoe [ɪ.tsə.’ho:]

Die e werden nicht mitgesprochen, sondern sie „machen“ die Vokale (hier: die o) lang. Das trifft auch beim a in Raesfeld [‚ra:s.fɛlt] und u in Buer [bu:ɐ̯] (Gelsenkirchener Stadtteil) zu. Doch das Dehnungs-e ist heute nur noch in Eigennamen enthalten, so auch z. B. in den Nachnamen Fuest und Huesmann.

Ein mancher mag das ja seltsam finden, obwohl das Dehnungs-e in der Standardsprache hinter e (wie in See) und i (wie in Liebe) sehr häufig vorkommt. Das spricht man ja auch nicht mit, sonst hieße es Se-e und Li-e-be, wobei noch im Mittelhochdeutschen (1050 – 1350) das e in liebe mitgesprochen wurde.

Wer soll da noch durchblicken im sprachlichen Dschungel Deutschlands? In Süddeutschland so, in Nord-/Westdeutschland so – und dann nicht einmal da konsequent. Denn es gibt ja auch Uelzen und Laboe, die wie sülzen und  klingen. So ist es nun einmal, unsere Sprache hat sich weiter entwickelt und wurde genormt – da hat das Dehnungs-e heute keinen Platz mehr.

Aber ich möchte euch nicht vorenthalten, dass es noch viele weitere nicht-standardsprachliche Möglichkeiten gibt, Vokale zu dehnen, z. B. mit einem i wie in Voigt und Grevenbroich. Auch Duisburg besaß früher das i nur zur Verlängerung und wurde wie Duhsburg ausgesprochen. Weiterhin ist auch das c in ck im nord- und westdeutschen Raum ein Vokalverlängerer. So werden die Vokale vor ck in Eigennamen wie Buddenbrock, Dortmund-Brackel und Buckow lang gesprochen. Das war ursprünglich bei Lübeck genauso, doch heute sprechen die meisten Leute das e kurz. Auch bei Mecklenburg hat der Prozess von langem zu kurzem Vokal längst begonnen.

Die Stadt Hamburg hat 1949 versucht diesem Trend entgegenzuwirken, indem die Orts- und Stadtteilnamen auf -beck umbenannt wurden. Diese Endung wird in der Hansestadt nämlich auch mit langem Vokal gesprochen. Das wollten die Hamburger auch am Schriftbild deutlich machen und haben das c gestrichen, wie in den Stadtteilen Barmbek und Fischbek. Ob die Idee sich langfristig als gelungen erweist, wird sich zeigen. Denn ich meine inzwischen schon häufiger das kurze e zu hören…

[‚çi:na], [‚ki:na] und [‚ʃi:na]

Nein, ich stelle euch hier keine neue Sprache vor. Was ihr in der Überschrift seht, sind drei Möglichkeiten, China auszusprechen. Der Laut [ç] klingt wie ch in ich, [k] wie k in Kino und [∫] wie sch in Scheibenkleister.

In der deutschen Standardsprache wird ch vor e und i am Silben- oder Wortanfang normalerweise [ç] ausgesprochen:

  • China [‚çi:na]
  • Chemie [çe’mi:]

Warum sagen wir dann zum Chiemsee nicht [‚çi:mze:]? Weil er in Bayern liegt und dort – wie auch in Österreich – ch am Anfang meist als [k] ausgesprochen wird:

  • China [‚ki:na]
  • Chemie [ke’mi:]

Und deshalb heißt das „bayrische Meer“ auch [‚ki:mze:]. Die dritte Variante mit dem Laut [ʃ] stammt aus Hessen, wo dieser sehr beliebt ist: „Alle Hesse sind Väbräschä, denn sie klaue Aschebäschä!“ Also lautet es dort:

  • China [‚i:na]
  • Chemie [e’mi:]

Weitere Formen zur Aussprache von ch kommen durch den Import aus anderen Sprachen zustande. So gibt es für Chile sogar zwei hochdeutsche Varianten: Zum einen [‚çi:le], aber zum anderen auch [‚t∫i:le] – wie tsch in Matsch. Dies entspricht den spanischen Lautregeln und bleibt damit der Herkunftssprache treuer, was allerdings bei China schwierig wird: Das heißt auf Chinesisch 中國, also Zhōngguó, und kann daher keinen Aufschluss über die „original chinesische“ Aussprache von China geben. „Pesch“, würde der Hesse sagen.