Happy Birthday, Sprachlupe!

4…und schon wieder ein Anglizismus! Himmelherrgottsakrament! Die Welt geht unter… Blubb, blubb, blubb…

Ja, die Sprachlupe hat heute Geburtstag und ist jetzt schon ganze vier Jahre alt. „Du bist aber groß geworden!“, ruft da freudig die Tante. Das kann man wohl sagen! Denn der Blog wurde im Jahr 2015 beispielsweise 6-mal häufiger angesehen als im Jahr 2013. Über 22.000 Besuche im vergangenen Jahr! „Jetzt mach‘ dir mal nicht vor Freude in die Hose, andere schaffen es in die Millionen!“, höre ich da die bösen Stimmen aus dem Off. Na und? Ich bin ja nur ein kleiner Mann… 😉

Aber heute zum Festtag wollte ich noch mal so richtig auf den Putz hauen und eines meiner Lieblingsthemen ausgraben: Anglizismen! Ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe, denn es ist schließlich ein Thema, das viele Menschen bewegt. Also los. Weiterlesen

Heute: Leckere Stippvisite

IMG_2621Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich Stippvisite höre, denke ich an Essen. Zum Beispiel kann man feinste Rohkost wie Möhrchen oder Gurkenstückchen in frische Dips stippen. Aus meiner Heimat kenne ich außerdem einen Nachtisch, der Stippmilch heißt. Er besteht nur aus Quark, Milch und Zucker, ist aber total lecker. Weiterlesen

Spitz und scharf

[…] Wie ist es zu erklären, dass Adjektive, die man eher mit Messer, Gabel, Schere in Verbindung bringt zur Beschreibung eines körperlichen Zustands mutieren? Konkret: Warum benutzen viele Menschen „spitz“ und „scharf“, welches gab es zuerst und was hat es mit der engen Verwandtschaft der (vermutlichen) ursprünglichen Bedeutungen beider Wörter auf sich? […]

spitz und scharf

© Stephan Lorse, http://www.stephanlorse.eu/

Um zu beginnen, werfe ich zunächst einen Blick in die Wortgeschichte – und die ist lang. Bis in das Indogermanische lassen sich die Vorfahren von scharf (und engl. sharp) rekonstruieren. Da soll es die Form *sker- gegeben haben mit der Bedeutung ’schneiden‘. Doch auch spitz ist von einer langen Historie geprägt. Man vermutet ein Wort, aus dem sich später im Lateinischen die Wörter spina (‚Dorn‘) und cuspis (‚Schwert‘) gebildet haben. Auch Speiche und Spieß sind in dieser Familie geboren.

Genaue Angaben dazu, wieso wir heute beide Wörter verwenden können, um auf einen sexuell erregten Zustand hinzuweisen, habe ich nicht finden können. Aber bei der Recherche sind mir ein paar Ideen gekommen.

scharf wird in vielen sehr unterschiedlichen Kontexten verwendet: mit scharfer Zunge reden, einen scharfen Verstand haben, ein scharfer Analytiker sein. Eine der gefundenen Bedeutungen kommt meines Erachtens als Grundlage für scharf im sexuellen Kontext infrage: scharf im Zusammenhang mit Schusswaffen. Eine Kanone oder eine Pistole, die scharf, also geladen ist, braucht nur noch einen kleinen Anlass, um das Geschoss abzufeuern. Genauso braucht jemand, der scharf ist, nicht sonderlich lange, um die Spannung zu entladen. In welcher Form auch immer.

Bei spitz vermute ich einen Zusammenhang mit dem Bedeutungsfeld, das wir heute eher vom Adjektiv spitze kennen. Etwas, das spitze ist, ist herausragend, hervorragend und über ein gewisses Maß hinaus beeindruckend. Das körperlich-emotionale Spitzseins ist schließlich auch ein Zustand, der über den Normalgrad der Erregung weit hinaus geht. Dass sich dabei das männliche Geschlechtsteil zu einer Art Spitze formt, halte ich nicht für den Grund der Namensgebung.

Es tut mir leid, dass ich hier keine befriedigende Antwort geben kann. Sollten unter den Lesern scharfe Denker oder Spitzen-Forscher geben, die zündende Ideen haben, freue ich mich darüber im Kommentar.

Och, menno!

mennoEin frustriertes Kind.

Eine enttäuschte Person.

Eine beleidigte Leberwurst.

Menno lernt man nicht im Deutschunterricht, menno hört man auf der Straße. Mein ganzes Leben lang, bis vor ein paar Tagen, bin ich zweifellos davon ausgegangen, dass menno von Mensch oder Mann kommt: Weiterlesen

Je kürzer der Artikel, umso präziser der Inhalt

jeFür das heute Thema habe ich eine neue Rubrik erfunden: Deutsch lernen. Die Blogartikel sollten aber auch für alle interessant sein, die kein Deutsch lernen (wollen). Ich starte heute mit Vergleichssätzen.

Um zwei Komparative (z. B. schöner, länger, glücklicher) miteinander in Relation zu setzen, kann man sich dieser Wörter bedienen:

  • je
  • desto
  • umso

Beispiele: Weiterlesen

Jetzt wird aufgeräumt!

© Miwel Henz

Auf der Aufgabenliste zu meinem Blog haben sich so einige Themen angesammelt. Das liegt ganz einfach daran, dass sie zum einen überhaupt nicht zusammenpassen und zum anderen zu kurz sind, um damit einen Artikel zu füllen. Deshalb habe ich mir für heute vorgenommen, ein wenig Ordnung zu schaffen und das zusammenhangslose Sammelsurium abzuarbeiten. Los geht’s: Weiterlesen

Genderei und andere Schandtaten

*Es tut mir leid. Ich werde nie ein guter Linguist. Ein perfekter Linguist beobachtet Sprache und Sprachbemühungen, er bewertet sie nicht, sondern analysiert sie nur. Ich gebe mir wirklich viel Mühe, ehrlich. Aber ich scheitere.

Wenn ich perfekt wäre, würde ich nicht von perfekten Linguisten sprechen, sondern von perfekten Linguist/innen, nein, perfekten LinguistInnen, ach, perfektxs Linguistxs – oder so ähnlich. Gut bemerkt, in diesem Artikel geht es thematisch um die Bestrebungen, die Sprache zu gendern (also geschlechtergerecht zu machen) oder vielleicht auch schon wieder zu entgendern. Weiterlesen

Vernichtet Denglisch und Anglizismen!

Wie hier schon erwähnt, sehen viele Menschen eine Bedrohung darin, dass die deutsche Sprache mit Wörtern aus dem Englischen gespickt wird. Sogenanntes Denglisch, eine Sprachmischung aus Deutsch und Englisch, erhält genauso Einzug in die Alltagssprache wie aber auch in verschiedene Fachsprachen. Wenn ein Bug gefixt (Programmfehler behoben) und eine Anwendung deployt (verteilt) wird oder ein Relaunch (Neustart) ansteht, dann hat das vielleicht irgendwas mit Computern (Rechnern) und Internet (Netz) zu tun. Doch nicht nur in der Fachwelt, auch im Alltag stehen wir inmitten der Welt des Denglischen: Vom morgendlichen Coffee to go (Gehkaffee) über einen Mittagsbesuch im Fastfood-Restaurant (Schnellmahlgaststätte) bis zum abendlichen Shoppen (Einkaufen) gehen hat die bösartige Macht der Anglizismen unser schönes Deutsch fest in ihrer Mangel. Doch jetzt gibt es die Ultimativlösung: Weiterlesen

Der nächste Artikel erscheint asap

asapIn meinem Nebenjob muss ich manchmal Bestellungen aufgeben. Da ich mich neulich vergewissern wollte, dass die Lieferung rechtzeitig eintrifft, fragte ich also nach, wann ich damit rechnen könne.

Der Export erreicht Sie asap.

So die Antwort. asap als Abkürzung von as soon as possible soll soviel bedeuten wie ’so bald wie möglich‘. Das wusste ich zum Glück schon. Aber warum schreibt man mir dann nicht so bald wie möglich statt asap? Oder as soon as possible statt asap? Oder sbwm für so bald wie möglich?

Ein Vorteil von asap liegt darin, dass es kurz ist und einfach zu sprechen ist. Es geht schnell über die Lippen. Meistens zu schnell. Denn was genau will man damit sagen? Eigentlich hieße doch so bald wie möglich soviel wie ’sofort‘. Aber wir haben ja alle noch so viele andere wichtige Dinge zu tun, die eine sofortige Erledigung unmöglich (zu) machen (scheinen), und von denen ist dieses asap abhängig. Weiterlesen

Der, die, das Blog?

Ich weiß nicht, ob es inhaltlich ganz bei Dir reinpasst oder Du vielleicht schon sowas ähnliches gemacht hast, aber ich fände einen Artikel interessant über das „Geschlecht“ (sagt man das?) des Wortes „Blog“ Und vielleicht auch anderer Blogterminologien 🙂

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