Viva Colonia!

Es ist nie zu spät, eine neue Sprache zu lernen – oder einen Dialekt…

Gefühlte Jahrzehnte sind seit dem letzten Blogartikel vergangen. Abgesehen von einer schreibmüden Phase könnte ich mich noch damit herausreden, dass ich die Stadt gewechselt habe und das alles mit enormem Stress verbunden gewesen sei. Aber lügen konnte ich noch nie gut, also versuche ich es besser gar nicht erst.

Wenn ich nun aber schon in Köln wohne, so dachte ich, widme ich doch meinen ersten Artikel gleich der Stadt selbst.

Köln wurde in der Römischen Kaiserzeit als „Oppidum Ubiorum“ („Siedlung der Ubier“) gegründet. Die Ubier waren ein germanischer Stamm, nach dem zum Beispiel der Ubierring benannt wurde. Richtigen Stadtstatus bekam Köln im Jahr 50 n. Chr. und hieß fortan „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ („Claudische Kolonie und Opferstätte der Agrippinenser“). Der Name kommt nicht von einer Claudia, sondern vom Gründer Kaiser Claudius. Da der Name so lang war, hat man ihn damals mit CCAA abgekürzt. Bis heute ist der Namensteil Colonia allseits bekannt und wird in lokalen Liedern besungen: „Da simmer dabei, dat ist prima – viva Colonia!“ (hochdeutsch: „Da sind wir dabei, das ist prima – es lebe Köln!“) So heißt es auch engl./frz. Cologne, span./ital. Colonia, ndl. Keulen oder chin. Kēlóng.

In Köln gibt es

  • den Dom (lat. domus ‚Haus‘),
  • den Rhein (vermutlich mit der Bedeutung ‚fließen‘ – daher auch das Wort rinnen, span. río und engl. river)
  • und natürlich den Karneval (lat. carne vale, siehe hier).

In jeder Stadt gibt es – zumindest für Ortsfremde – ein paar Stadtteile mit lustigen Namen. In Hamburg waren das Mümmelmannsberg oder Poppenbüttel, in Köln sind das Bilderstöckchen und Zollstock. So hörte ich neulich den Witz: „Was sagt ein Kölner zu Selfiestick? – Bilderstöckchen!“ Natürlich gab es zur Zeit der Namensgebung noch keine Selfiesticks, der Name kommt von Bilderstock, auch als Heiligenstock bekannt. Das ist ein kleines religiöses Denkmal. Der Name Zollstock bezeichnete ein Zollhaus, hat also nichts mit einer Maßeinheit zu tun, sondern mit der Abgabe von Geldern.

Dort in Zollstock wohne ich übrigens im 16. Stock (!) mit einem wundervollen Blick bis zum Siebengebirge in Königswinter (Luftlinie ca. 32 km – das sollte man lieber nicht mit einem Zollstock messen). Von diesem Hochhaus aus sende ich herzliche Grüße an alle, die der Sprachlupe trotz langer Pause treu bleiben und natürlich auch an alle Neuankömmlinge!

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