Gewürze in Redewendungen

„Geh hin, wo der Pfeffer wächst, oder muss ich dir noch Pfeffer in den Arsch blasen?! Mach schon, sonst pfeffer‘ ich dir eine!“

FullSizeRenderPfeffer ist ein beliebtes Gewürz – auch in Redewendungen. Damit kann ich jemanden weit weg wünschen (dahin, wo der Pfeffer wächst = Indien), ihn antreiben (Pfeffer in den Arsch blasen) und ihm eine Ohrfeige geben (eine pfeffern). Aber auch beim Aufdecken von eigentlichen Ursachen ist uns der Pfeffer sprichwörtlich hilfreich: da/hier liegt der Hase im Pfeffer. Dies bedeutet,‘hier haben wir den wahren Grund für den Sachverhalt‘. Die Redewendung bezieht sich auf eine scharfe Soße namens Hasenpfeffer, in der Hasenbraten zubereitet werden. Vermutlich soll dieses Bild verdeutlichen, dass eine Zwangslage besteht, der man nicht so leicht entkommt. Achtung: Im Internet finde ich immer wieder die falsche Kombination mit begrabenda/hier liegt der Hase im Pfeffer begraben. Ich liebe es, wenn Redewendungen versehentlich vermischt werden, und hier ist das der Fall: da/hier liegt der Hund begraben, so heißt es richtig. Beide Wendungen haben jedoch nicht nur eine ähnliche Struktur, sondern auch die gleiche Bedeutung. Da kann es natürlich schon mal zu Verwechslungen kommen.

Pfeffer lässt sich sprachlich auch gern durch Salz ersetzen. So sprechen wir von gepfefferten oder gesalzenen Preisen, wenn etwas überteuert ist. Auch andere Europäer tun dies. Ein horrender Preis ist salé, salato, słony, αλμυρός (frz., ital., poln., griech.‘gesalzen, salzig‘) oder apimentadogepeperd (port., ndl. ‘gepfeffert‘). In Kombination treten beide Gewürze auf, wenn wir zum Beispiel sagen: Lutz und Mark sind wie Salz und Pfeffer. Das heißt, sie passen perfekt zueinander.

Von Salz sprechen wir weiterhin dann, wenn jemand verliebt ist. So würden Köche, die sich in diesem Zustand befinden, angeblich das Essen versalzen. Eine Studie will bestätigt haben, dass das sogar stimmt. Wenn aber beispielsweise einem Fußballspiel das Salz in der Suppe fehlt, dann ist es nicht spannend. Dann bekommen die Spieler vermutlich einen gepfefferten Anschiss vom Trainer.

Hier endet der Artikel. Denn klar ist: In der Kürze liegt die Würze.

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7 Kommentare zu “Gewürze in Redewendungen

  1. Ha. Ein schöner Moment um mal wieder meinen „Senf“ dazu zu geben: Senf ist ja auch eine alte Gewürzpflanze. Ich kenne noch: Das zwiebelt, wenn etwas kurz und stark schmerzt (gut: ist eher ein Gemüse als ein Gewürz) und natürlich die gepfefferte Antwort, die ich gerne auf unverschämte Briefe gebe, im Sinne von scharfen Worten.

    Tja, scharf wäre ja auch so ein Wort für Deinen Blog… :o)
    Aber überarbeite Dich mal nicht – es ist Sommer!
    Also: Chilli mal, Du Lauch :o)

    Liebe Grüße :o*
    Ute

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