nichtsdestotrotz – Welch ein Wohlklang

IMG_2472Wir kennen nichts, wir kennen desto, wir kennen trotz – doch die Kombination aller drei zu einem Wort ist doch etwas merkwürdig (im Sinne von des Merkens würdig). Da kommt mitunter die Frage auf – was bedeutet eigentlich nichtsdestotrotz?

Dieses (laut Duden umgangssprachliche) Wort trägt die Bedeutung ‚trotzdem, trotz alledem‘:

  • Facebook steht in Kontakt mit der irischen Datenschutzbehörde, um die Richtlinien weiterzuentwickeln. Nichtsdestotrotz sei es schwierig, alle Kritiker zufriedenzustellen, so das Unternehmen. (dw.de, 09.04.15)
  • Obwohl im Erzgebirge in den vergangenen Tagen der Winter mit Schneefällen und tiefen Temperaturen kurzzeitig zurückgekehrt war, haben nichtsdestotrotz die ersten Vögel ihren Flug aus dem Süden in die Region angetreten. (freiepresse.de, 09.04.15)

Ebenso gut könnte man hier dennoch als Synonym einsetzen. Aber wer bitte kam auf die Idee, ein derart symbiotisches Wort zu kreieren? Duden meldet: Es handele sich um eine scherzhafte Bildung aus nichtsdestoweniger und trotzdem. Nichtsdestoweniger bedeutet nichtsdestotrotz dasselbe wie nichtsdestotrotz und ist entstanden aus nichts desto weniger. So auch im Englischen nevertheless und im Schwedischen icke desto mindre.

Keiner fragt mich nach meiner Meinung, aber ich äußere sie trotzdem: Trotz der protzigen Nutzung von nichtsdestotrotz ist mir das Wort nichtsdestotrotz nichtsdestotrotz zu klotzig und so bevorzuge ich auch den Gebrauch von dennoch, welches gar wohlklingend und kurz daherkommt.

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