Sprachlupe wird ein Jahr älter – Alles Gute!

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© Miwel Henz

Was ist das letzte Jahr schnell vorbei gegangen, nicht wahr? Ich erinnere mich an Sprachlupes 2. Geburtstag, als wäre es gestern gewesen. Heute also schon der 3. Geburtstag – Wahnsinn. Zeit für ein Resümee.

Dieses ist der 130. Artikel, bei Facebook gibt es 144 und bei Twitter 50 Follower oder Fans oder wie auch immer. Damit sind die Zahlen langsamer gestiegen als in den letzten zwei Jahren, aber ich habe auch weniger geschrieben als sonst. Schande Asche auf mein Haupt. Trotzdem ist die Zahl der Aufrufe gestiegen.

Aufrufe

Letztes Jahr habe ich zum Geburtstag davon berichtet, dass der Blog in den ersten beiden Jahren insgesamt ca. 14.600-mal aufgerufen wurde (dazu zählen alle Klicks, die auf meine/r Seite gemacht wurden) Das letzte Im letzten Lebensjahr der Sprachlupe hingegen waren es über 19.500 Klicks. Also in einem Jahr mehr Aufrufe als in den beiden davor zusammen – bääm!

Nach den deutschsprachigen Ländern Schweiz, Österreich und Deutschland mit über 5.500 Aufrufen kamen bisher in 2015

  1. 193 Klicks aus den USA (thank you!)
  2. 101 Klicks von den Philippinen (salamat!)

und immerhin noch 32 aus der Tschechischen Republik.

Suchbegriffe

Hat sich das Interesse der Internetnutzer geändert? Von März 2012 bis März 2014 waren noch dieses die häufigsten Suchbegriffe:

Top 10 Suche

Der aktuelle Trend aus den vergangenen drei Monaten sieht so aus:

Bildschirmfoto 2015-03-31 um 19.42.49

Wissenschaftlich ist der Vergleich absolut nicht, aber das macht in diesem Fall nichts. (Mit den Inhalten meiner Artikel nehme ich es dagegen sehr genau, keine Sorge.) Schließlich werden ja immer die exakten Suchanfragen summiert und die oben vorkommenden Themen sind nicht erst seit kurzem von Interesse. Ey, Digger, aber wenn hier noch öfters einer nach Heidewitzka googelt, dann krieg‘ ich echt ’nen Fön!

Doch wie auch im letzten Jahr erfreue ich mich an besonders schönen Suchanfragen, die auf meinen Blog führten:

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Auf die Schreibweise ohne e bin ich noch nicht gekommen, aber tatsächlich ist Brennnessel ein schwieriges Wort. Wenn man sich merkt, dass es eine Nessel ist, die beim Anfassen brennt, dann spürt man schnell, dass alle drei n vonnöten sind. Vonnöten? Oh, mein Gott, wie geschwollen.

Bildschirmfoto 2015-03-31 um 20.01.47Der Apfel fällt nicht weit vom Baum. Wenn er fehlt, isser ganz weg. Dann lassen wir ihn lieber fallen.

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Ja, das ist ein sehr komplizierter Fall. Wie ist noch mal das alte Wort für das, was Harry Potter ist? Ganz früher sagte man dazu Magier oder Zauberer. Vielleicht erinnert sich ja daran noch jemand. (Man möge mir meine Ironie nachsehen.)

Aber wir haben ja noch gar nicht die recht junge Sprachlupe gefragt, was sie sich eigentlich zum Geburtstag wünscht. Na? Ah, ok. Mehr Leser*innen und ab und zu mal einen Kommentar. Das sollte doch drin sein, oder?!

 

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4 Kommentare zu “Sprachlupe wird ein Jahr älter – Alles Gute!

  1. Kurzer Nachtrag: Ich habe im Text Schande durch Asche ersetzt, weil Schande auf mein Haupt äußerst selten zu finden ist. Etwas gebräuchlicher ist Schande über mein Haupt. Die Abwandlung mit Schande ist vermutlich entstanden durch andere Bildungen wie Schande über dich!. In Kombination mit Haupt wird die Wendung Asche auf mein Haupt mit wesentlichem Abstand häufiger gebraucht (Quelle: Google-Recherche).

  2. Der Sprachlupe herzlichen Glückwunsch und zum Geburtstag einen Kommentar. Betrachten wir doch mal diesen Satz etwas genauer: „Das letzte Lebensjahr der Sprachlupe hingegen waren es über 19.500 Klicks.“ Hier sehen wir meines Erachtens sehr schön die Intention des Autors, weniger als „Regel-Pabst“ denn als Beobachter zu agieren (und sich Elemente des Sprachwandels zugleich zu eigen zu machen) – die Unterscheidung zwischen der letzten und der vergangenen Periode wird ja zunehmend vernachlässigt (jedenfalls ist das mein Eindruck), wobei mir dieses Phänomen allgemein und hier im Besonderen missfällt, weil wörtlich genommen die Sprachlupe jetzt ja tot wäre. Als weniger störend empfinde ich indes, dass das räumliche „über“ die Position des quantitativen „mehr als“ übernommen zu haben scheint. Zum Schluss eine Frage: Ist die Redewendung „Das letzte Jahr waren es…“ sehr verbreitet (bzw. wo)?

    • Danke für den Geburtstagskommentar!
      Zum Thema letztes und vergangenes Lebensjahr schrieb ich schon hier ein wenig. Der Duden sagt auch, dass letzte(r, s) synonym zu vergangene(r, s) ist, im Sinne von gerade erst vergangen, vorige(r, s). Daher wäre hier (wieder einmal) meine Meinung, dass beide Verwendungen möglich sind, aber vergangen (je nach Kontext) etwas eindeutiger ist. Da im Artikel nicht die Rede vom Abschied der Sprachlupe ist, bin ich davon ausgegangen, dass hier die Formulierung eindeutig genug sei.
      Die Präposition über hat viele Facetten, sie wird nicht nur räumlich verwendet, sondern u. a. auch zeitlich (Bohnen über Nacht einweichen, über Ostern verreisen) und so auch zum Ausdruck dafür, dass ein bestimmter Wert überschritten wird (siehe Online-Duden, 3b). Deswegen wurde an jener Stelle nichts „übernommen“, sondern lediglich die aktuelle Grammatik angewendet.
      Beim letzten Kritikpunkt gebe ich gern nach. Die Treffer für das letzte Jahren waren es sind zu gering, um zu sagen, dass sich da ein Sprachwandel anbahnt. In gesprochener Sprache ist es mir allerdings schon geläufig, Dinge zu hören wie das letzte Jahr gab’s keinen Schnee, das letzte Mal waren wir über Ostern in Spanien oder letzten Sommer war’s nicht kalt. Aber in geschriebener Form ist das dann vielleicht doch etwas zu progressiv und so habe ich es gern geändert.

  3. Ja, ich weiß, „letztes“ versus „vergangenes“ ist leider eines meiner Lieblingsthemen. Und es stimmt natürlich: Fast immer verhindert der Kontext Missverständnisse. „Letzte(r/s)“ trägt häufig gar dazu bei, einen Satz harmonischer oder weniger holprig wirken zu lassen. Bei „über“ könnte man sicher noch ein wenig länger diskutieren, aber unstrittig ist die Zulässigkeit laut Duden. Interessant ist aber nicht, was nun richtig oder falsch (laut Duden) ist, zumal sich das ja auch manchmal ändert, sondern eher, ob es hier tatsächlich die von mir vermuteten Verschiebungen im Gebrauch (vergangenes -> letztes; mehr als -> über) gegeben hat. In beiden Fällen stehen meines Erachtens zwei unterschiedlich exakte Ausdrucksweisen zur Verfügung; der Grund für die Verwendung der ungenaueren Alternative könnten jeweils Effizienzgründe sein? Der letzte der drei genannten Aspekte war wie die beiden vorangegegangen eigentlich nicht als Kritikpunkt gemeint; vielmehr habe ich die Formulierung hin und wieder gehört und darüber gegrübelt, ob sie regional verankert ist. Ich musste zunächst an das Rheinland denken, liege bei solchen Zuschreibungen aber regelmäßig krass daneben.

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