Jetzt wird aufgeräumt!

© Miwel Henz

Auf der Aufgabenliste zu meinem Blog haben sich so einige Themen angesammelt. Das liegt ganz einfach daran, dass sie zum einen überhaupt nicht zusammenpassen und zum anderen zu kurz sind, um damit einen Artikel zu füllen. Deshalb habe ich mir für heute vorgenommen, ein wenig Ordnung zu schaffen und das zusammenhangslose Sammelsurium abzuarbeiten. Los geht’s:

  1. Manchmal fallen mir Wortpaare auf, die man schnell miteinander verwechseln kann, weil nur ein Buchstabe an anderer Stelle steht. So zum Beispiel bei empathisch und emphatisch. Was ist der Unterschied? Wer einfühlsam, mitfühlend und verständnisvoll ist, kann als empathisch bezeichnet werden. Das kommt vom griechischen empátheia, das soviel wie ‚Leidenschaft‘ meint. Wer aber eindringlich, bestimmt und deutlich agiert, ist dagegen emphatisch. Im Griechischen bedeutet emphatikós ’nachdrücklich‘. So spricht ein empathischer Therapeut eher selten mit emphatischen Worten.
  2. Dann frage ich mich, ob Eigenbrötler und Nerd Synonyme sind und Nerd nur als Anglizismus für das Gleiche fungiert. Der Duden definiert den Eigenbrötler als „Mensch, der sich absondert, seine Angelegenheiten für sich allein und auf seine Weise erledigt und andern in seinem Verhalten merkwürdig erscheint“. Trifft das auf den Nerd nicht auch zu? In den Synonymen zu Eigenbrötler taucht er jedenfalls nicht auf. Ein Nerd, so heißt es dort, ist ein „sehr intelligenter, aber sozial isolierter Computerfan“. Wenn das so ist, gibt es da schon ein paar Parallelen, aber von Synonymen kann nicht die Rede sein. Ich hätte jedoch die Bezeichnung Nerd definitorisch weiter gefasst als der Duden und behauptet, dass sie sich mittlerweile nicht mehr nur auf Computerfuzzis bezieht, sondern auch auf alle anderen, die stark für eine Sache brennen. So meine ich, dass jemand auch ein Medizinnerd, ein Blumennerd oder ein Bastelnerd sein kann. Liege ich damit falsch?
  3. Als Synonym für lügen gefällt mir besonders flunkern. Das klingt für mich wie falsch-funkelnde Augen, die nicht die Wahrheit übermitteln. Und so unrichtig ist das gar nicht. Denn flunkern kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutete ursprünglich ‚glänzen, schimmern‘. Später weitete sich die Bezeichnung aus auf glänzen wollen, also aufschneiden und somit lügen.
  4. Ein Wort, bei dem man sofort zu spüren meint, dass es nicht ursprünglich der deutschen Sprache (oder deren Vorfahren) entsprungen ist, ist Manko. Manko finde ich irgendwie toll und wollte auch hier mehr über die Herkunft erfahren. Italien? Ja! Die modernen Italiener kennen es als manco, die alten Römer benannten es als mancus. So wie ein Manko ein Defizit, eine Unzulänglichkeit benennt, so bedeutete mancus im Lateinischen ‚unvollständig, verstümmelt‘. Das klingt weniger schön, kommt aber doch auf’s Gleiche raus.

Nun ist der Krempel beseitigt. Ach, tut das gut. Ich bin ein paar Dinge losgeworden, die ich ausmisten wollte. Sozusagen wie ein Spätjahrsputz (analog zu Frühjahrsputz). Jetzt kann ich beruhigt in den Urlaub fliegen. Bis bald! 🙂

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