Heute schon eruktiert?

Baby-BäuerchenBei Säuglingen nach dem Essen unbedingt erwünscht, bei Erwachsenen verpönt: Rülpsen. Mediziner bezeichnen das – stille oder laute – Aufstoßen als Ructus, Efflation oder Eruktation. In Nord- und Westdeutschland rülpsen die Menschen nicht nur, regionalsprachlich bölken sie auch.

Aber zurück zu den Babys. Damit das Rülpsen nicht so brutal klingt, wird der Vorgang euphonisch (wohlklingend) auch als Bäuerchen machen bezeichnet. Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich die Tischmanieren und man fing an, feiner zu werden. So galt es nicht mehr als angesagt, nach dem Essen zu rülpsen oder gar zu furzen. Dieses Verhalten schrieb man niederen Menschen oder eben Bauern zu. Wenn das bürgerliche Baby aufstoßen musste, sollte ihm das dennoch weiterhin erlaubt sein. So machte man sprachlich aus dem bäuerlichen Akt ein Bäuerchen. Klingt niedlich, kann aber auch noch Weiteres mit sich bringen und ist dann ganz und gar nicht mehr so „süß“. Ich gehe mal nicht ins Detail.

Abschließend möchte ich das Thema nutzen, um mit dem Gerücht aufzuräumen, dass das folgende Zitat von Martin Luther stammt:

„Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmacket?“

Gelogen. Aber Luther hatte andere deftige Sprüche auf Lager, von denen ich euch zwei nicht vorenthalten möchte:

„Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“

„Wenn ich hier einen Furz lasse, dann riecht man das in Rom.“

Ein Furz, der ca. 1300 km weit stinkt? Ich hoffe für unsere Vorfahren, dass sie das nie miterleben mussten.

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