Gut und böse

gutboeseVermaledeit. Ein laut Duden veraltendes Wort und dem kann ich nur zustimmen. Manchmal ist es jedoch ganz lustig, mit antiquierenden Wörtern zu jonglieren, und da hört man hier und da schon mal ein „Vermaledeit!“ So wie Homer Simpson und sein „Neinn!“ bzw. „D’oh!“.

Vermaledeit kommt vom Verb vermaledeien, dessen Freunde sind (ver)fluchen, verteufeln und verwünschen. In älteren Texten findet man Formulierungen, in denen beispielsweise ein Sünder von Gott vermaledeit, also verflucht wird. Neben vermaledeien gibt es noch das veraltete maledeien. Schlaufüchse werden schon am Wort erkennen, das damit etwas Negatives gemeint ist. Denn mal kennen wir unter anderem aus spanischen und französischen Wörtern:

Estoy de mal humor.Ich habe schlechte Laune.

maltratarschlecht behandeln

Ce n’est pas mal.Das ist nicht schlecht.

malheureusementunglücklicherweise

Das Wort bzw. der Wortteil mal kommt von lateinisch male = ’schlecht, schlimm, übel‘ und maledeien entsprechend von maledicere = ‚lästern, schmähen, beleidigen‘. Daher stammt wiederum die Verwünschung, die Malediktion. Dazu dann das Gegenteil: die Benediktion (von lat. bene = ‚gut‘), also Segnung.

Aber keine Sorge. Ein Muttermal ist nicht schlecht, nur weil es ein Mal ist. Denn das kommt vom mittelhochdeutschen mâl für ‚Fleck, Zeichen‘) und hat mit der Bedeutung ’schlecht‘ nichts zu tun. Es sei denn, es ist gar kein benignes Nävus (gutartiges Muttermal), sondern ein malignes Karzinom (bösartiger Hautkrebs). Dann nix wie raus damit.

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