Schwierige Wörter mit B

bIm Juli 2013 habe ich die Kategorie Schwierige Wörter ins Leben gerufen und den ersten Artikel über Wörter, die mit A beginnen, geschrieben. Heute geht es weiter mit B. Wenn ich mich in der gleichen Geschwindigkeit durch das Alphabet fortbewege wie bisher, wird der Artikel zum Buchstaben Z nicht vor dem Jahr 2028 erscheinen.

Aus den rechtschreiblich schwierigen Wörtern habe ich heute die folgenden ausgewählt: brillant, Billard, Büffet, Beredsamkeit und barfuß. Die ersten drei sind aus dem Französischen in unsere Sprache eingewandert. Das erklärt, warum sie anders geschrieben werden, als es die deutsche Sprache vermuten lässt.

brillant spricht man in Frankreich ungefähr brilljó aus. Diesen j- bzw. i-Laut nach dem Doppel-l sieht man nicht, aber gesprochen wird er dennoch. Das wird im Deutschen übernommen und klingt in etwa wie brilliant oder brilljant. Da man beim Wort Billion, dessen Endung klanglich ähnlich ist, ein i nach ll findet, könnte man bei brillant das gleiche vermuten. Ist aber nicht so und deswegen schwierig.

Das gleiche Phänomen erleben wir bei Billard, das im Deutschen wie Billjard klingt. Oder treffender Billjart, da wir es hier mit einer Auslautverhärtung zu tun haben (das bedeutet, dass am Ende einer Silbe oder eines Wortes b wie p, d wie t und g wie k gesprochen wird). Daher kommt die Unsicherheit hinzu, ob Billard abschließend mit d oder t geschrieben wird.

Büffet klingt wie Büffee/Büffeh, auch wenn man es – besonders im Ruhrgebiet – manchmal als Buffett zu hören bekommt. Problematisch ist für Deutsche auch, dass die Franzosen es ohne ü, sondern mit u schreiben. Das geht aber auch im Deutschen, denn die Schreibweise Buffet ist durchaus korrekt und häufiger zu finden. In der Google-Suche (für deutschsprachige Seiten aus Deutschland) findet man 8,2 Mio. Treffer für Buffet gegenüber 2,78 Mio. für Büffet.

Wer gerne bzw. „gut“ redet, ist beredsam, das Substantiv dazu lautet Beredsamkeit. Wo liegt da das Problem? Der Stamm red– kommt von reden, da müsste doch alles klar sein. Verwirrend ist aber die Tatsache, dass es ähnliche Wörter mit gleicher Bedeutung gibt: das Adjektiv beredt und das Substantiv Beredtheit, beide mit dt geschrieben. Kein Wunder, dass man da schnell durcheinander kommt.

Tückisch an barfuß sind (mindestens) drei Dinge: 1. Durch die Endung –fuß (wie der Fuß) könnte eine Großschreibung des Wortes vermutet werden. Da es sich um ein Adjektiv handelt, wird es jedoch klein geschrieben. 2. Einige Unsicherheiten bestehen nach wie vor im Hinblick auf die Schreibung von Wörtern mit ss und ß. Da der Vokal in Fuß lang gesprochen wird (im Gegensatz zum kurzen u in Kuss), ist die Schreibweise mit ss hier nicht möglich. 3. Ein langer Laut kann unterschiedlich verschriftlicht werden, wie diese Beispiele mit a zeigen: Ich war hier, es ist wahr, der Saal. Da muss man sich leider merken, dass alles, was mit bar im Sinne von ‚bloß, nackt‘, ‚rein, pur‘ oder ‚mit Geldscheinen oder Münzen‘ zu tun hat, nur mit a geschrieben wird.

Jetzt, wo der beredsame Billardspieler das brillante Büffet beredsam eröffnet, dürften alle Fragen geklärt sein.

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