Nach Marathon gekotzt

Keine schöne Schlagzeile. Aber was soll ich machen? Wenn ich nach fiesem Deutsch frage, muss ich auch mit harten Rückmeldungen rechnen. Heute also die vorerst letzten beiden Vorschläge für die hässlichsten deutschen Wörter: Marathon und kotzen.

Zur Herkunft von Marathon gibt es eine schöne Geschichte, die ich euch vorab nicht vorenthalten möchte:

Ungefähr diese Strecke soll der Bote Pheidippides im Jahr 490 v. Chr. gelaufen sein, um den Sieg über die Perser in Athen zu verkünden. Vor lauter Erschöpfung sei er dann auf dem Felsen Areopag gestorben – zum Glück nach Überbringung der Nachricht. Da der Startpunkt in der Stadt Marathon (altgriechisch Μαραθών = ‚Fenchel-Feld‘) lag und die Strecke ca. 42 km betrug, diente diese Sage als Vorlage für die Länge eines Marathonlaufs. Leider bleibt es bei einer Story, denn Belege für diese Aktion gibt es keine. Ich finde, man hätte sich doch einfach eine kürzere Strecke ausdenken können, z. B. von der Siedlung Panepistimioupoli zum Areopag. Dann wäre die Marathonstrecke heute nur 3,5 km lang und ich würde glatt mitlaufen. Aber ich weiß nicht, ob es diese Siedlung schon früher gab, und außerdem hieße der Marathonlauf dann nicht Marathonlauf, sondern Panepistimioupolilauf.

Um nicht noch weiter abzuschweifen: Marathon klingt durch die beiden a und die kurze, betonte Endsilbe mit o für mich wie jemand, der zwei Schritte Anlauf nimmt – Ma-ra- –, um dann im nächsten Moment auf den Boden zu fallen: -thon. Plumps. Das klingt nicht sonderlich wissenschaftlich und ist es auch nicht, aber dafür vielleicht ganz anschaulich.

Weiter geht es mit kotzen. Das klingt für mich extrem hart, so wie alle Wörter, die mit –otze(n) aufhören. Daher sollte man diese nicht in feinen Gesellschaften verwenden, aber als Kraftausdrücke zum Wutabbau können sie unter Umständen durchaus nützlich sein. o mit -tz ist eine fiese Kombination, da klingt z. B. die Verbindung mit i weniger schlimm: kitzeln.

Hier zusammenfassend noch mal alle bisher eingereichten Vorschläge für die grausamsten deutschen Wörtchen (durchs Anklicken landet man auf dem jeweiligen Artikel):

Sprotz und Schakkeline habe ich ausgelassen, da ich sie nicht als deutsche Wörter anerkennen würde. Dafür entschuldige ich mich aufrichtig bei den Menschen, die diese zauberhafte Vorschläge eingebracht habe.

Alle Welt votet für irgendwas. Ich will auch eine Abstimmung und endlich mal eine eigene. Deshalb stimmt bitte alle anonym mit ab, welches der folgenden Wörter für euch das schlimmste ist. Die Stimmabgabe ist ab jetzt genau eine Woche möglich, dann wird sie automatisch geschlossen. Die Auflösung folgt.

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Ein Kommentar zu “Nach Marathon gekotzt

  1. Ich darf als fachlich versierter darauf hinweisen, dass die Bezeichnung Heizungsklempner falsch ist. Richtiger wäre Heizungsinstallateur.
    Ein Klempner fertigt oder bearbeitet Bleche, Klempnerarbeiten bezeichnen heute am Bau daher Arbeiten wie Dachrinnen oder Verblechungen. M. E. verschwindet der Begriff immer mehr – was den Einsender trösten dürfte.

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