Wie sich Grinsekekse freuen – Honigkuchen für alle

Geht es euch auch so? Je länger ich mir das Wort Grinsekekse in der Überschrift ansehe, desto komischer sieht es aus. Grinsekeks ist ein Wort, das bestimmt nicht im Duden steht und welches ich gern benutze, um Menschen damit zu bezeichnen, die ständig ein Lächeln auf den Lippen haben. So wie ich. Es sei denn, ich bin nicht gut drauf.

Ihr merkt es schon, heute geht es um das Thema Freude. Dazu erreichte mich diese Frage:

Warum freuen wir uns wie ein Honigkuchenpferd?

© Frank C. Müller

© Frank C. Müller / Wikimedia Commons

Um hier alle auf einen Stand zu bringen, kläre ich zuerst, was ein Honigkuchenpferd überhaupt ist. Honig dürfte ja allgemein bekannt sein. Wenn der in den Teig kommt, nennt man den daraus produzierten Kuchen Honigkuchen. So war das zumindest früher. Honigkuchen ist nichts anderes als Lebkuchen, jedoch in der Bezeichnung Honigkuchen eher im Kastenformat zu finden. Der im Supermarkt erhältliche Honigkuchen müsste übrigens eher Glukose-Fruktose-Sirup-Kuchen heißen, aber das klingt natürlich nicht so lecker. Honigkuchen alias Lebkuchen kann ganz tolle Formen erhalten – Herzchen, Sternchen, Figürchen – und natürlich auch Pferdchen. Also, Pferde, meine ich. Ein solches Pferd ist demnach ein Honigkuchenpferd.

Menschen wird unterstellt, sie könnten grinsen, strahlen oder sich freuen wie ein Honigkuchenpferd. Wie kommt man darauf?

Da gibt es wieder mal verschiedene Ideen und wieder mal keine eindeutige Lösung. Entweder ist die Redewendung aufgrund des Aussehens entstanden. Das Honigkuchenpferd hatte traditionell möglicherweise immer ein tief „eingezeichnetes“ Maul mit hochstehenden Mundwinkeln, die von einem Ohr zum anderen gingen. Das sah vielleicht sogar ein wenig dümmlich aus, denn der Redewendung wird schließlich auch nachgesagt, dass sie leicht abwertend zu verstehen ist. Ein anderer Erklärungsversuch liegt in der Verwendung der Zutaten. Honig galt als edel. Wenn man davon noch mehr als genug in den Teig einbackte, dann war das umso protziger. Hinzu kam noch die ganze Verzierung. Insgesamt handelte es sich damit um ein ungemein prunkvolles Pferd, das – kurz gesagt – für Wohlstand stand.

Was das Freuen angeht, so haben wir im Deutschen viele Vergleiche dafür – da ist das Honigkuchenpferd nicht allein. Man kann sich freuen wie ein Kind, wie ein Schneekönig oder wie Bolle, wie (ein) Schnitzel oder wie ein Stint. In Österreich sogar wie zehn nackte Neger. Österreich? Aha.

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