Vornamen in Deutschland

1149585_469342423183819_1734983470_oMann, das wurde aber auch Zeit. Heute geht’s nach zweimonatiger Pause weiter, und zwar mit einem Thema, das uns alle betrifft: Vornamen. Jede_r hat einen, jede_r braucht einen. Ohne Vornamen könnten wir praktisch gar nicht existieren. Bei der Namensgebung ist ziemlich viel erlaubt, aber vieles auch nicht. Hier ein paar Fakten rund um deutsche Vornamen:

  • Sie haben standardsprachlich keinen Artikel. In Süddeutschland aber sind Aussagen wie Die Susanne und der Michael sind jetzt ein Paar durchaus gebräuchlich.
  • Auch ohne Artikel muss der Name klar auf das Geschlecht verweisen. Wie ein Zeitungsartikel zeigt, durfte ein Mädchen in Freiburg nicht Euro getauft werden, weil die o-Endung ein männliches Wesen vermuten lässt. Jetzt heißt die Kleine Eurone.
  • Vornamen unterliegen Trends. Im Jahr 1890 wurden Anna und Carl/Karl am meisten vergeben, 1920 Ilse und Hans, 1950 Brigitte und Peter, 1980 Julia und Christian. An der Spitze im Jahr 2012 stehen die Namen Mia und Ben. Hier kannst du dir selbst einen Überblick verschaffen.

Auch wenn es medial oft spaßig betrachtet wird (siehe Schakkeline oder „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“), werden Vornamen mit sozialen Schichten assoziiert. Wie letzterer Artikel zeigt, führt das in Schulen leider zu Vorurteilen von der Seite der Lehrenden aus. Es gibt tatsächlich Untersuchungen zu schichtspezifischen Namensgebungen, aber die Ergebnisse sind zu unterschiedlich, als dass ich hier etwas dingfest machen könnte.

Als Kevinismus und Chantalismus wird mit einem Augenzwinkern der Trend zu fremdländischen Namen bezeichnet. Wer nicht mehr einfach nur Christian, Verena oder Hannes heißen und einen neuen „chantalisierten“ Vornamen haben möchte, greift zum Chantalisator. Er macht zum Beispiel aus André einen Anakin-Quentin. Da fühle ich mich doch gleich viel jünger.

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