Ich krieg‘ gleich ’nen Föhn!

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Wer hatte zuerst einen Föhn?

Wenn ich sauer, emotional aufgewühlt oder wütend bin, krieg‘ ich ’nen Föhn. Ich bleibe mal bei dieser verkürzten Schreibweise, denn selten habe ich gehört, dass jemand sagt: Ich kriege (geschweige denn bekomme) gleich einen Föhn! Das klänge für mich eher nach einem geschenkten Haartrockner als nach Wut.

Das Gerät, mit dem Menschen sich die Haare trocken pusten lassen, kann man mit und ohne h schreiben, Fön oder Föhn. Um genau zu sein, müsste es Fön® heißen. Denn die h-lose Schreibweise ist seit 1908 ein eingetragenes Markenzeichen der AEG (was übrigens nicht für Aus Erfahrung Gut, sondern für Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft steht). Bis 1996 schrieb man nur Fön, seit der Rechtschreibreform nun auch Föhn.

Aber der Föhn (nur mit h), um den es in der Redewendung geht, ist ein warmer, trockener Fallwind im Gebirge (nähere Erläuterungen bitte bei Geowissenschaftlern, Erdkunde-Lehrern oder Wikipedia einholen). Eine sogenannte Föhnwetterlage kann für uns böse Symptome zur Folge haben: Herz- und Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Man spricht dann von einer Föhnkrankheit. Wenn man Pech hat, kommen auch noch Ermüdung, Übelkeit, Reizbarkeit, Unlust, verminderte Leistungsfähigkeit und Depressionen hinzu. Vermutlich führte gerade das Symptom der Reizbarkeit zu dieser Redewendung.

Zur Wortgeschichte: hn/Fön stammt vom lat. favonius (‚lauer Westwind‘) ab und dieses wiederum von lat. fovēre (‚wärmen‘).

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