Von Hunden, Truhen und Konkursen

So. Endlich. Weiter geht’s, wie versprochen. Anfragen sind ja genug da und so werde ich diese von September an (!) abarbeiten. Habt also bitte noch etwas Geduld, bis eure Frage an der Reihe ist. Heute starte ich mit:

Woher kommt denn die Redewendung „Auf den Hund kommen“?

Der Tønder Bank geht es schlecht, richtig schlecht. Sie hat Konkurs angemeldet. Die Moneten sind futsch, der Zaster ist flöten gegangen. Wir haben es hier folglich mit einem wunderbaren Beispiel für ein Geldinstitut zu tun, dass sprichwörtlich auf den Hund gekommen ist.

Auch Menschen können auf den Hund kommen, zum Beispiel wenn sie sich nicht mehr waschen, um keine Arbeit mehr bemühen und keinen Cent mehr in der Tasche haben.

Die Wissenschaft hingegen ist noch nicht auf den Hund gekommen und sucht fleißig nach einer Erklärung für dieses Sprichwort. Die zwei wahrscheinlichsten folgen hier:

HansomCab

Heute seltener als früher gibt es Wagen, die von Tieren gezogen werden. Auf diesem Bild sehen wir ein besonders schickes Exemplar mit einem schönen Pferdchen. Aber auch andere Zugtiere kamen und kommen zum Einsatz, zum Beispiel Ochsen, Maultiere, Esel und Hunde. Da letztere die kostengünstigsten Transporteure sind, wurden sie besonders von ärmsten Bauern eingesetzt. Wer also finanziell beim Hund angelangt war, war so gut wie pleite.

Geldkassette

Auch hübsch anzusehen ist diese Geldkassette. Als es noch keine Banken gab, musste man sein ganzes Vermögen in Kassetten oder Truhen selbst horten. Bei einigen war auf dem Grund ein Hund abgebildet, sozusagen als Wächter vor Dieben oder zur Mahnung sparsam zu sein. Wenn das Behältnis leer war, war man beim Hund angekommen.

Schöne Ideen sind das. Ich hoffe, ihr seht es genauso. Hier gibt es weitere Vorschläge für den Ursprung der Redewendung. Der Tønder Bank ist es wahrscheinlich völlig egal, ob sie nun auf den Hund gekommen oder den Bach runter gegangen ist. Auf jeden Fall könnte sich sich als fattig som en kirkerottearm wie eine Kirchenmaus – bezeichnen.

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2 Kommentare zu “Von Hunden, Truhen und Konkursen

  1. Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Wiedereinstieg! Du hast nichts verlernt, und dann auch noch gleich eine norwegische Redewendung für mich eingebaut… Ich bin so gerührt! 😉

    • Äh, ja, klar. Gerne. In Anlehnung an die dänische Bank eine norwegische Redewendung – das war selbstverständlich total beabsichtigt. Zufällig scheint es sogar auch dänisch zu sein… 😉

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