Hinter schwedischen Gardinen

Heute wirft die Sprachlupe mal einen kleinen Blick ins Gefängnis. Das ist nichts für zartbesaitete Gemüter, also überlege dir, ob du diesen Exkurs hinter Gittern wirklich mitmachen möchtest.

Knast ist beispielsweise ein Begriff aus der Gaunersprache und geht über ein paar Stationen zurück auf das hebräische קְנָס‎ (qenās). Das nicht umgangssprachliche Gefängnis leitet sich natürlich von fangen ab, trägt die Bedeutung ‚Kerker‘ allerdings erst so langsam seit dem 15. Jahrhundert. Vorher war mit Gefängnis einfach nur ‚Gefangennahme, Gefangenschaft‘ gemeint. Apropos Kerker – der wurde aus dem lateinischen carcer (‚Kerker, Gefängnis‘) entlehnt.

Rund um das Kittchen gibt es auch schöne Redewendungen, so zum Beispiel hinter schwedischen Gardinen. Du wusstest natürlich schon, dass mit Gardinen die Gitterstäbe der Zellen gemeint sind. Aber hattest du auch eine Ahnung, warum schwedische – und nicht norwegische, finnische oder dänische – Gardinen? Der schwedische Stahl gilt als besonders „unkaputtbar“, da das zur Stahlproduktion benötigte Eisenerz in Schweden extrem gut dafür geeignet ist.

Ach ja, das Kittchen! Das kommt vom älteren Kitt, Kitte oder Kütte (Duden), was eigentlich ganz harmlos ‚Haus, Herberge‘ bedeutete. Nun, eine Herberge ist das Gefängnis ja tatsächlich. Und so manche Jugendherberge kann durchaus Strafanstaltsgefühle wecken. Aber so eine echte Zelle würde ich mir schon gern mal aus der Nähe ansehen – allerdings nur als Gast im Knast!

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