Es wird gegooglet, gegoogelt und gegoogled

Was sind eigentlich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Arten, ein deutsches Partizip eines englischen (Kunst-)Wortes zu bilden?

Das angesprochene Phänomen möchte ich am folgenden Beispiel darstellen:

Nachdem ihr meinen Blog gegooglet/gegoogelt habt, sollte er auch unbedingt geliket/geliked und gebookmarkt/gebookmarked werden. Denkt aber daran, dass die von mir upgeloadeten/geuploadeten Dateien nicht legal gedownloaded/downgeloaded werden können.

Um die Frage zu beantworten: Vorteile liegen in der Kreativität und Vielfalt, Nachteile in der Unsicherheit, welche Schreibweise man wählt. Meine Google-Recherche auf deutschsprachigen Internetseiten (ca. 6.834.000 Treffer insgesamt) hat ergeben:

  1. gegoogelt: ca. 3.530.000 Treffer (51,7 %)
  2. gegooglet: ca. 2.590.000 Treffer (37,9 %)
  3. gegooglt: ca. 409.000 Treffer (5,9 %)

Die Kreationen gegoogled (2,7 %) und gegoogeld (1,7 %) haben die 5%-Hürde leider nicht geschafft. Vermutlich ist die Endung auf -d oder -ed den Schreibern dann doch „zu“ englisch, schließlich entscheiden sich die meisten ja auch für die deutsche Vorsilbe ge-. Platz 3 der Bestenliste, also gegooglt, schneidet aber auch nicht wirklich gut ab. Vielleicht, weil es ästhetisch nicht so fein daherkommt, so, also würde man es haglt oder sie keglt schreiben.

Eine wahre Chance auf Bestand haben die beiden Erstplatzierten, die absolute Mehrheit erhält dabei gegoogelt. Das liegt bestimmt daran, dass sich die Endung dem Deutschen sehr anpasst, eben wie bei hagelt und kegelt. Die dennoch recht hohe Trefferanzahl zu gegooglet lässt sich möglicherweise damit erklären, dass die Schreiber den Markennamen Google nicht „zerstören“ wollen. Sie könnten sagen, es hieße ja schließlich nicht Googel.

Noch interessanter wird es beim Vergleich der Infinitivvarianten googlen und googeln. Ein spannendes Match (ca. 7.780.000 Treffer gesamt, Seiten auf Deutsch):

  1. googeln: ca. 3.950.000 Treffer (50,8 %)
  2. googlen: ca. 3.830.000 Treffer (49,2 %)

Der Duden hat nur den knappen Sieger in sich aufgenommen, obwohl die Verwendung von googlen (inzwischen?) beinahe genauso häufig vorkommt. Und ob wir nun jemanden gegooglet oder gegoogelt haben? Folgen wir dem Duden, müssten wir uns für die zweite Schreibweise, den Sieger gegoogelt, entscheiden.

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Ein Kommentar zu “Es wird gegooglet, gegoogelt und gegoogled

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