Achtung, es wird biblisch!

Warum fehlt bei „Das Leben Jesu“ das „s“ am Ende?

Jesus hat Tradition – nicht nur der, nach dem wir heute die Jahre zählen, sondern auch sein Name. Dieser kommt aus dem Hebräischen oder Aramäischen und wurde dann ins Altgriechische übernommen. Das sah dann so aus:

Ἰησοῦς

Das klingt in etwa wie Iesus, wobei das e kurz und das u lang gesprochen wird. Beim Genitiv (Wessen-Fall) fällt das ς (Sigma) am Ende weg, sprich Iesu. Die Lateiner haben die griechische Deklination teilweise beibehalten und somit wurde in ihrem Schriftbild das gr. Ἰησοῦς zu lat. Iesus und das Ἰησοῦ zu Iesu.

Da die Kirche ja nicht alles mitmacht, was gerade hip ist, findet sie eben den Genitiv Jesu auch heute noch schick. Wobei der Online-DUDEN da flexibler ist: Jesu, Jesus, Jesus‘ – drei Möglichkeiten für den zweiten Fall! Und weiterhin stehen heute Vornamen als Genitivattribute vor ihrem Bezugswort, sonst wäre es auch der Blog Andrés statt Andrés Blog. Auf unser Jesus-Beispiel bezogen müsste das in heutigem Deutsch eigentlich so aussehen:

Jesu Leben / Jesus Leben / Jesus‘ Leben

Nur, dass das natürlich nicht so feierlich klingt…

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