„Nach Adam Riese“

Eins plus eins macht nach Adam Riese zwei. Mit dieser Redewendung möchte man betonen, dass man richtig gerechnet hat. Doch woher kommt dieser Ausdruck?

Adam Ries war ein Mathematiker aus dem Mittelalter. Er war so erfolgreich, dass seine Lehre auf lange Zeit Gegenstand des Mathe-Unterrichts war. Unter anderem haben wir auch ihm zu verdanken, dass die lateinischen Zahlen (XVIII) durch die arabischen (18) ersetzt wurden.

Warum sagt man nun Riese und nicht Ries, so wie er eigentlich hieß? Im Mittelalter gab es noch mehr verschiedene Deklinationsendungen bei Eigennamen als heute, wo sich nur noch der Genitiv (der Wessen-Fall) von den anderen Formen unterscheidet. Manche ältere Wendungen weisen noch heute frühere Endungen auf, wie z.B. bei Leiden Christi statt Christus‘ Leiden. Es handelt sich zwar bei Christi um eine lateinische Form, doch es gab auch deutsche Endungen, die den Fall markierten. Und so endete der Dativ (Wem-Fall) auf –e, also nach Adam Ries-e.

Auch wenn ich ein religiöses Beispiel herangezogen habe, hat Adam Riese also nichts mit der Bibel am Hut und auch nichts mit unheimlich starkem Körperwachstum.

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