Alles Gute zum Sechsten! – Überlegungen zum Wort „Geburtstag“

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Die Sprachlupe wird heute sechs Jahre alt und sie wächst weiter! Besonders in den letzten Monaten sind die Besucherzahlen massiv gestiegen. Allein im März wurde die Seite knapp 10.000-mal aufgerufen, obwohl die Frequenz neuer Artikel gesunken ist. Generell ist dabei immer noch der Artikel zum Thema Sinn machen von größtem Interesse. Weiterlesen

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Geschlechtsverkehr – wie poetisch!

Tuff, tuff, tuff.

Kannst du mir vielleicht verraten, woher der Begriff „Geschlecht“ für die Schamregion des Menschen kommt?
Er klingt so überaus grobschlächtig und wahnsinnig sachlich, genau wie „Geschlechtsverkehr“.

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Sind die Getränke für Alle – oder für alle?

Hallo André!
In Münster gibt es ja seit geraumer Zeit ein Unternehmen, bei dem man sich übers Internet Getränke direkt nach Hause bestellen kann. Auf den bunten Bullis wird dick mit dem Slogan geworben: „Getränke für Alle.“
Habe ich etwas verpasst, schreibt man das jetzt groß? Heißt das auch: Rechtschreibung kann Jeder?

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Viva Colonia!

Es ist nie zu spät, eine neue Sprache zu lernen – oder einen Dialekt…

Gefühlte Jahrzehnte sind seit dem letzten Blogartikel vergangen. Abgesehen von einer schreibmüden Phase könnte ich mich noch damit herausreden, dass ich die Stadt gewechselt habe und das alles mit enormem Stress verbunden gewesen sei. Aber lügen konnte ich noch nie gut, also versuche ich es besser gar nicht erst.

Wenn ich nun aber schon in Köln wohne, so dachte ich, widme ich doch meinen ersten Artikel gleich der Stadt selbst.

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8 Märchentitel oder: Warum heißt du eigentlich so?

Heute will ich mal einige Märchentitel genauer beleuchten:

  1. Aschenputtel: Die erste Frage, die sich mir stellt, ist, ob es ein Puttel gibt und was das wohl sein könnte. Was ich fand, ist das veraltete Verb putteln, das ein Synonym für wälzen ist. Aschenputtel ist also die, die sich in der Asche wälzt. Der Alternativname Aschenbrödel geht auf brodeln zurück, das kochende Wasser in der Küche.
  2. Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich: Hier vermute ich, dass kaum jemand den gesamten Titel des Märchens kennt. Wer ist überhaupt der „eiserne Heinrich“? Das ist der Diener desjenigen Herrn, der später in einen Frosch verwandelt wurde. Als dies passierte, ließ sich der eiserne Heinrich drei „eiserne Bande“ um sein Herz legen. Daher sein Name.
  3. Der gestiefelte Kater: Wenn es das Partizip gestiefelt gibt, dann muss es doch auch ein Verb geben, das stiefeln lautet, oder? Gibt es auch, aber Grundlage für den Kater ist das ausgestorbene Verb sich stiefeln für ‘Stiefel anziehen‘. Heute allerdings käme es uns komisch vor, einen Satz zu hören wie: „Schatz, ich bin gleich da, muss mich nur noch eben stiefeln.“
  4. Die Sterntaler: Erleuchtung! Ich dachte immer, das Märchen hieße nur Sterntaler, ohne Artikel, und dass es sich dabei um den Namen des Waisenkindes handele. Aber mit Artikel ist das ganze natürlich sinnvoller: Die Sterntaler sind die Taler, die Geldstücke, die vom Himmel regnen. Eine Neuauflage könnte also Die Sternmünzen oder Die Sterneuros heißen.
  5. Dornröschen: Diese schlafende Schönheit ist mit dem gesamten Schloss umgeben von dichten Dornenhecken, die sich nach 100 Jahren in Rosen verwandeln. Dornen + Rosen + niedlich = Dornröschen. Das ist übrigens eine deutsche Kreation, denn die Originalgeschichte stammt aus dem Französischen: La belle au bois dormant (‘Die Schöne im schlafenden Wald‘).
  6. Frau Holle: Kissen ausschüttelnd ist sie berühmt geworden, mindestens 1000 Jahre alt und äußerst sagenumwoben ist die Herkunft ihres Namens. Im Rennen: a) die Bedeutung ‚Huldvolle‘ (Synonyme zu huldvoll: gnädig, wohlwollend) als Beiname der nordischen Göttin Frigg, Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft, b) Verbindung zur germanischen Totengöttin Hel (Name verwandt mit Hölle, siehe Englisch) und c) zur germanischen Göttin Nehalennia (Göttin der Fruchtbarkeit und Schifffahrt). Ich weiß nicht, wie sich Frau Holle aus dem Märchen mit Hölle, Fruchtbarkeit und Schifffahrt verbinden lässt, aber bitte. Nur zu.
  7. Rapunzel: Wie gern würde ich auch wie ein Feldsalat heißen – vielleicht sollte ich mich Rauke nennen?! Der Name der Langhaarigen kommt vom mittellateinischen rapuncium oder rapuntium. Dies wiederum ist eine Zusammensetzung aus lat. radix ‘Wurzel‘ und griech. phu ‘Baldrian‘. Unsere Rapunzel aus dem Märchen hat den Namen ihrer Mutter zu verdanken, die im schwangeren Zustand rapunzelsüchtig ist.
  8. Schneewittchen: Schnee ist klar und witt heißt ‚weiß‘. Zunächst hieß das Märchen Schneeweißchen, aber vermutlich wegen der Verwechslungsgefahr mit Schneeweißchen und Rosenrot bekam es zunächst den plattdeutschen Titel Sneewittchen. Durchgesetzt hat sich aber die hoch-/plattdeutsche Mischform. Das Mädel hat seinen Namen wegen der Zeilen: „so weiß wie Schnee, so rot wie Blut, und so schwarz(haarig) wie Ebenholz“. Ich finde, man hätte sie dann auch Blutrötchen oder Ebenholzschwärzchen (oder halb plattdeutsch Ebenholzswattchen) nennen können.

Jetzt wird’s kuschelig!

Knuddeln, schmusen, tätscheln – diese Wörter klingen sehr liebevoll und werden eben auch in solchen Kontexten verwendet. Aber wenn wir einmal in die Wortgeschichte schauen, geht es mitunter doch ziemlich brutal zu. Da wird gequetscht, geschlagen und gekratzt. Weiterlesen

Interview mit der Türmerin Martje Saljé (2)

Ich war ja neulich in Münster bei der Türmerin Martje Saljé zum gegenseitigen Interview. Wer es noch nicht mitbekommen hat, kann gern hier den ersten Teil des Interviews lesen. Und wer wissen möchte, was die Türmerin über mich schreibt, das könnt ihr hier in ihrem Blog lesen. Doch nun folgt hier der zweite Teil des Interviews. Weiterlesen